O Little Root of a Dream

- 1920-1970
O little root of a dream 
you hold me here 
undermined by blood, 
no longer visible to anyone, 
property of death.

Curve a face
that there may be speech, of earth, 
of ardor, of
things with eyes, even
here, where you read me blind,

even 
here, 
where you 
refute me, 
to the letter.

More by Paul Celan

Death Fugue

translated by Pierre Joris

Black milk of morning we drink you evenings
we drink and we drink
A man lives in the house he plays with the snakes he writes
he writes when it darkens to Deutschland your golden hair Margarete
he writes and steps in front of his house and the stars glisten and he whistles his dogs to come
he whistles his jews to appear let a grave be dug in the earth
he commands us play up for the dance

Black milk of dawn we drink you at night
we drink you mornings and noontime we drink you evenings
we drink and we drink
A man lives in the house he plays with the snakes he writes
he writes when it turns dark to Deutschland your golden hair Margarete
Your ashen hair Shulamit we dig a grave in the air there one lies at ease

He calls jab deeper into the earth you there and you other men sing and play
he grabs the gun in his belt he draws it his eyes are blue
jab deeper your spades you there and you other men continue to play for the dance

Black milk of dawn we drink you at night
we drink you at noon we drink you evenings
we drink you and drink
a man lives in the house your golden hair Margarete
your ashen hair Shulamit he plays with the snakes

He calls out play death more sweetly death is a master from Deutschland
he calls scrape those fiddles more darkly then as smoke you’ll rise in the air
then you’ll have a grave in the clouds there you’ll lie at ease

Black milk of dawn we drink you at night
we drink you at noon death is a master from Deutschland
we drink you evenings and mornings we drink and drink
death is a master from Deutschland his eye is blue
he strikes you with lead bullets his aim is true
a man lives in the house your golden hair Margarete
he sets his dogs on us he gifts us a grave in the air
he plays with the snakes and dreams death is a master from Deutschland

your golden hair Margarete
your ashen hair Shulamit
 


Todesfuge

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
er Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete

er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Corona

translated by Pierre Joris

Autumn eats its leaf out of my hand: we are friends.
We shell time from the nuts and teach it to walk:
time returns to the shell.

In the mirror is Sunday,
in the dream we sleep,
the mouth speaks true.

My eye goes down to my lover’s sex:
we gaze at each other,
we speak of dark things,

we love each other like poppy and memory,
we sleep like wine in the seashells,
like the sea in the moon’s blood-beam.

We stand and embrace at the window, they watch us from the street:
it is time, for this to be known!
It is time that the stone took the trouble to bloom,
that unrest’s heart started to beat.
It’s time for it to be time.

It is time.

 


Corona

Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde.
Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn:
die Zeit kehrt zurück in die Schale.

Im Spiegel ist Sonntag,
im Traum wird geschlafen,
der Mund redet wahr.

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles,

wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,
daß der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, daß es Zeit wird.

Es ist Zeit.

Count the Almonds,

translated by Pierre Joris

count what was bitter and kept you awake,
count me among them:

I searched for your eye, when you opened it and no one looked at you,
I spun that secret thread,
along which the dew you thought
slid down to the jars,
watched over by a saying that found its way to no one’s heart.

Only there did you wholly enter the name that is yours,
did you step sure-footed toward yourself,
did the hammers swing free in the belfry of your silence,
the overheard reach you,
the dead put its arm around you too,
and all three of you walked through the evening.

Make me bitter.
Count me among the almonds.

 


Zähle die Mandeln,
zähle, was bitter war und dich wachhielt,
zähl mich dazu:

Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah,
ich spann jenen heimlichen Faden,
an dem der Tau, den du dachtest,
hinunterglitt zu den Krügen,
die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet.

Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist,
schrittest du sicheren Fußes zu dir,
schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens,
stieß das Erlauschte zu dir,
legte das Tote den Arm auch um dich,
und ihr ginget selbdritt durch den Abend.

Mache mich bitter.
Zähle mich zu den Mandeln.